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Aktuelle Umfrage: Banken lassen Beratung im Haus und kooperieren bei der Depotführung

#Banken

Ergebnisse der KWF Marktstudie 2014 – Trend zu mehr Arbeitsteilung hat sich verstärkt – Juristische Auslagerung der Depotführung zunehmend interessant – Banken setzen auf standardisierte Produktlösungen

Aschheim, 14. August 2014. Der Trend zu verstärkten Kooperationen ist bei mittelgroßen Banken ungebrochen und wird sich aufgrund steigenden Kostendrucks noch weiter verstärken. Dies ist ein Ergebnis der Markstudie 2014 der KWF Business Consultants GmbH „Die Zukunft des Wertpapierdepotgeschäfts für Privatkunden“. Im Vergleich zu der Marktstudie 2012 ist der Anteil der Banken, die die Wertpapierabwicklung  und-verwahrung ausgelagert haben, auf 71 % gestiegen (2012: 64 %), bei der Orderausführung waren es 65 % der Banken (2012: 30%). Für künftige Kooperationen wird sowohl die technische als auch die juristische Depotführung als relevant bezeichnet. „Die KWF Marktstudie 2014 stützt unsere These, dass Banken im Spannungsfeld der Regulierung und Digitalisierung nach Lösungen suchen, sich auf kundennahe Prozesse zu fokussieren und bei anderen Dienstleistungen Partner zu suchen“, sagt Rudolf Geyer, Sprecher der Geschäftsführung der European Bank for Financial Services GmbH (ebase).

An der Umfrage hatten sich 34 Banken in Deutschland aus den Segmenten Privatbanken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen beteiligt. Das Depotvolumen der Banken liegt mehrheitlich bei weniger als 500 Millionen Euro. Insgesamt ist eine deutliche Zweiteilung zu konstatieren. Eine große Mehrheit der befragten Banken gab an, die Anlageberatung und die Vermittlung von Wertpapierprodukten auch zukünftig selbst anbieten zu wollen – beides sind Dienstleistungen, die mit einer direkten Kundenansprache verbunden sind. Die Depotführung und die Wertpapierabwicklung dagegen wurden von den Kreditinstituten als Kandidaten für das Outsourcing identifiziert. Vor allem für kleine und mittelgroße Banken lässt sich durch gezielte Kooperationen das Wertpapiergeschäft effizienter und profitabler aufstellen.

Die Umfrage ergab allerdings auch, dass Banken vor allem bei der juristischen Auslagerung der Depotführung – dabei wird der Kooperationspartner auch Vertragspartner des Kunden – sensibel vorgehen müssen. 79 % der befragten Institute vermuten, dass diese Kooperation zu Vorbehalten bei ihren Kunden führen könnte. „Mithilfe von White Labeling verbleibt beispielsweise die Depotführung im gewohnten Erscheinungsbild des Kunden und die Bank kann auf diese Weise sogar zusätzliche Dienstleistungen anbieten“, sagt Geyer. Großes Potential sehen die Kreditinstitute auch in standardisierten Produktlösungen. 71 % der Banken denken darüber nach, standardisierte Produkte Kunden mit Anlagesummen unter 50.000 EUR anzubieten. „Vor dem Hintergrund administrativer Aufwände in der Anlageberatung werden geeignete Lösungen wie die standardisierte Fonds-Vermögensverwaltung gesucht“, erklärt Geyer.

Schließlich ist zu erwarten, dass auch in den nächsten Jahren der Trend zu mehr Arbeitsteilung und Kooperationen in der Bankenbranche bestehen bleibt. Nahezu zwei Drittel der befragten Bank haben ausgesagt, dass sie in den nächsten 5-10 Jahren mit sinkenden Erträgen bei gleichzeitig steigendem Geschäftsvolumen rechnen. Dies könnte dafür sprechen, dass Banken vermehrt nach Partnern suchen müssen, um im digitalen Wettbewerbern mithalten zu können.


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